Sonnenenergie in Bibione

Solarthermie in Italien: Yachthafen Bibione setzt auf thermische Solaranlage und Kühlung mit einer Adsorptionskältemaschine

Bibione SonnenenergieEin Tourismuskomplex in Bibione an der Adria setzt seit Mitte 2013 eine Adsorptionsmaschine (AdKM) der InvenSor GmbH (Berlin) zur Klimatisierung ein. Sie wird von Vakuumröhren-Kollektoren der in der Region ansässigen Thermics Energie Srl angetrieben.

Die Solar-Kollektoren mit einer Nennleistung von 22 kW sind auf einem Hallendach installiert. Sie liefern genügend thermische Energie für die Klimatisierung im Sommer und die Gebäudeheizung im Winter, berichtet InvenSor in einer Pressemitteilung.

Die Kältemaschine InvenSor LTC 10 plus hat 10 kW Nennleistung und wird mit Wärme statt Strom angetrieben. Als umweltfreundliches Kältemittel verwenden die Adsorber reines Wasser. Die Kühlung der Büros erfolgt über ein Kaltwasserverteilungssystem.

In Deutschland werden die Kältemaschinen von InvenSor ähnlich eingesetzt, allerdings meist in „Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung“ mit Blockheizkraftwerken. Derartige Anlagen kommen auch bei der Kühlung von Serverräumen und bei der industriellen Prozesskühlung zum Einsatz.

Ein Warmwasserpufferspeicher mit 2.000 Liter Fassungsvermögen speichert in Bibione die Wärme aus den Solar-Kollektoren, bevor sie in die Gebäudeheizung geht oder zum Antrieb der AdKM verwendet wird. Auch auf Kälteseite ist ein kleinerer Pufferspeicher mit 750 l vorgesehen, um bei einem hohen Kühlbedarf noch Leistungsreserven zu haben.

Reschop-Carré : Bibione und Italienische Wochen

Italienische Wochen im Reschop-Carré
Zum fünfjährigen Bestehen des Reschop-Carrés gibt’s vom 31. März bis zum 12. April unter dem Motto „Viva Italia“ zwei „Italienische Länderwochen“ im Reschop-Carré.

Bibione Reschop CarréDie Besucher des Carrés dürfen sich zum Frühlingsanfang auf eine kulinarische Reise nach Italien freuen. An diversen Marktständen werden mediterrane Spezialitäten aus den vielen Regionen Italiens angeboten. So gibt es Weine, Prosecco und Grappa aus Venetien. Aus der schönen Toscana sorgen Salami, Schinken und Käse für Gaumenfreuden.

Aus Sizilien kommen Mandelgebäck, Schokolade und süße Torrone. Gourmets dürfen sich über Trüffel, Trüffelpaste und-butter aus Piemont freuen. Und aus Apulien werden kulinarische Klassiker wie getrocknete Tomaten und Olivenöle angeboten. Außerdem können sich die Besucher der Italienischen Länderwochen im Carré über das allseits beliebte Reiseziel Bibione in Nordostitalien informieren.

Im Rahmen der „Italienwochen“ wird die Hattinger Künstlerin Heike Merkel ihre Bilder zum Thema „Toskana“ im Reschop Carré ausstellen. Die gebürtige Essenerin begann als Autodidaktin und nahm dann zehn Jahre Malunterricht. Ihre Bilder in Öl, Aquarell, Pastellkreide, Gouache und Acryl spiegeln ihre Gefühle und Gedanken wider. Die verwandten Farben sprechen eine eigene Sprache und drücken Momente der Lebensfreude aber auch der Besinnlichkeit aus.

Die Künstlerin hat ihre Werke in den letzten Jahren in vielen Ausstellungen einem größeren Publikum im In- und Ausland präsentiert.

von derwesten.de

„Rawetzer Löschzug“ und Bibione

Gemeinsam durch dick und dünn
Der „Rawetzer Löschzug“ feiert heute sein 25. Jubiläum. Die Mitglieder des Stammtischs sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die nicht nur im Fasching für mächtig Gaudi sorgen.

Von Peggy Biczysko

Rawetzer LoschzugSie sind eine eingeschworene Truppe, die Jungs vom „Rawetzer Löschzug“. Und sie gehen gemeinsam durch dick und dünn. Seit 25 Jahren schon pflegen sie die Stammtisch-Kultur, heute feiern sie ihr Jubiläum. Was einst auf dem Fußballplatz des SC Wacker in der A-Jugend begann, hat sich fortgesetzt. Heute haben fast alle Mitglieder Familie und sind im Beruf eingespannt. Aber den Freitagabend, den schaufeln sie sich frei. Denn dieser Treffpunkt im Marktredwitzer Squash- und Fitnesscenter ist ein Muss – ohne weibliche Begleitung.

Löschzug – den Namen verbinden die meisten Marktredwitzer mit dem gleichnamigen Fasching, der jedes Jahr ein Garant für prächtige Stimmung – diesmal am 28. Februar – ist. Den haben die Mitglieder des Stammtischs vor etlichen Jahren ins Leben gerufen, „weil am Faschings-Wochenende in Rawetz einfach nichts los war“, erklären Peter Schreyer und Olaf Goeritz im Gespräch mit der Frankenpost. Seither steppt am Freitag vor dem Faschingszug der Bär im Squash-Center, wo heuer wieder bis zu 600 Narren erwartet werden. „Wir sind immer ausverkauft“, sagt Goeritz stolz.

Er ist der Organisator des Jubiläums-Abends, zu dem sich am heutigen Mittwoch nicht nur alle zwölf Mitglieder des Stammtischs im „Kroatischen Restaurant“ treffen, sondern auch all jene, die dem eingeschworenen Zirkel jemals angehört haben. „Wir sind von Anfang dabei“, erzählt Peter Schreyer, der heute – auf den Tag genau 25 Jahre nach der Stammtisch-Gründung – so einige Anekdoten zum Besten geben wird.

„Unserer Runde gehören maximal 16 Mitglieder an“, verdeutlicht Goeritz das strenge Auswahlverfahren, zu dem erlauchten Kreis dazu stoßen zu dürfen. „Momentan sind wir allerdings nur zwölf, wir brauchen nicht zwingend Zuwachs“, ergänzt Peter Schreyer. „Da muss die Chemie schon stimmen. Und wenn auch nur einer dagegen ist, gibt es nach einer gewissen Probezeit keine Neuaufnahme.“ Dass so einige den Löschzug verlassen haben, liege nicht etwa daran, dass es Streit gegeben hätte, wenngleich in der Runde gern wild diskutiert wird. „Manchen wurde es einfach zu viel wegen der Familie oder sie haben sich wegen eines Umzugs oder Berufswechsels anderweitig orientiert“, erklärt Olaf Goeritz unter dem hölzernen Wappen mit dem Stammtisch-Namen, das im Squash-Center neben anderen Devotionalien der ehemaligen Kicker prangt.

Wie kam es eigentlich zur Gründung des Stammtischs und woher der Name? „Wir haben uns früher nach dem Training immer im ,Purzelbaum‘ getroffen oder im ,Dannhorn‘. Und so haben wir halt am 19. Februar einen Stammtisch gegründet“, so die schlichte Erklärung Peter Schreyers. Dass Rawetz im Namen vorkommt, liegt auf der Hand. „Löschzug“ liegt darin begründet, dass die fröhliche Runde kein Problem damit hat, den Durst mit einem guten Bierchen „Zug um Zug zu löschen“.

Vorbei sind die Zeiten, als die Mitglieder des Löschzugs noch lange Mähnen trugen. Heute sind die Haare kurz geschoren, ein Großteil der Fußballfreunde verheiratet oder zumindest in festen Händen. Etliche haben Kinder. „Der Jüngste ist 41, der Älteste 47 Jahre alt“, erzählt Olaf Goeritz. „Und wir treffen uns noch immer jeden Freitag. Ein fester Termin im Kalender ist der Vatertag, wo wir traditionell mit dem Leiterwagen losziehen“, fügt Peter Schreyer hinzu, der auch während seiner Arbeitsphase in China so häufig wie möglich an den Stammtisch zurückgekehrt ist.

Ein bisschen wehmütig blicken Goeritz und Schreyer zurück an die Anfangsjahre. „Über viele Jahre hinweg ist Bibione unser Ausflugsziel gewesen – natürlich nur für die Männer. Mittlerweile fahren wir privat mit unseren Familien dorthin.“

Alles sei inzwischen ein bisschen lockerer geworden. Die Stammtischler vermissen jedoch zuweilen die Lagerfeuer-Romantik ihrer wilden Jahre. „Wenn sich früher eine unserer Frauen an den Stammtisch gewagt hat, musste sie ein Goaßmaß zahlen“, schmunzeln sie. Und wer von den Stammtischlern den Freitagabend schwänzt, muss nach wie vor eine Strafe zahlen. Das wird heute wohl kaum passieren, wenn der eingeschworene Kreis zum Jubiläum lädt.

von frankenpost.de

Bibione : Der italienische Ausstellungstitel „Nostalgia, spiagge e dolce vita“

Landesausstellung beleuchtet Beziehungen zwischen Bayern und Italien
Als „Projekt der Superlative“ wurde  die Landesausstellung „Bayern-Italien“ bei der Eröffnung in Augsburg gefeiert. Trotzdem dürfte es kaum gelingen,  damit den Riesenerfolg des Vorjahrs zu wiederholen.

HANSKARL VON NEUBECK

Bibione Rimini Ausstellungs titel Nostalgia, spiagge e dolce vitaAugsburg Voriges Jahr, als es um den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder ging, strömten 365 000 Besucher in die Würzburger Residenz. Heuer ist die Bayerische Landesausstellung kein Kompakt-Angebot. „Bayern-Italien“ besteht aus drei Ausstellungen –  zwei in Augsburg, eine in Füssen.

„Noch nie hat der Freistaat Bayern so viel in eine Landesausstellung investiert“, jubelte Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, beim Festakt in Augsburg. Allein aus München sind zwei Millionen Euro geflossen, so dass man tief in die bayerisch-italienische Beziehungskiste greifen und interessante Geschichten aus den vergangenen 2000 Jahren ins Blickfeld holen konnte.

Weiß Blau und Grün Weiß Rot. Farbenfülle ist garantiert, wenn man die historischen Verbindungen zwischen Bayern und Italien thematisiert. Stellenweise driftet das Angebot   ins Kunterbunte.

Besonders populären Aspekten ist  der Teilbereich im Augsburger Textil- und Industriemuseum gewidmet. Dort ist der Rundgang angenehm wie süßes Leben, was dem Thema  „Sehnsucht, Strand und Dolce vita“ entspricht. Zu erleben ist leichter, luftiger Stoff. Ein paar dunkle Flecken gehören allerdings dazu, denn die Dolomitenfront im 1. Weltkrieg und Hitler und Mussolini sind richtigerweise nicht ausgeklammert.

Die Ausstellungsmacher vom Haus der Bayerischen Geschichte haben nach bewährtem Muster inszeniert. Inbegriffe des Strandlebens wie Rimini oder  Bibione werden nicht   trocken  abgehandelt, sondern plastisch vorgeführt mit Sand, Liegestuhl, Sonnenschirm, Wohnwagen und dem Wägelchen eines Eisverkäufers.

Der italienische Ausstellungstitel „Nostalgia, spiagge e dolce vita“ bringt die entscheidende Nuance zum Klingen: Der ältere Besucher erliegt, ob er will oder nicht, nostalgischen Gefühlen. Und die Ausstellungsmacher tun ein Übriges, indem sie mit einer Juke Box dazu einladen, auch akustisch in jene Zeiten einzutauchen, als Rudi Schuricke mit den „Caprifischern“ (1948) oder Rocco Granata mit „Marina“ (1960) große Hits, die damals noch Schlager hießen, landen konnten.

Die schönste Stelle der Schau im Textil- und Industriemuseum  bildet das Nebeneinander von Vespa und Goggoroller, beides Produkte der Nachkriegszeit.  Die Zweiräder demonstrieren,  was mal als typisch italienisch gelten durfte  und was als  typisch deutsch.  Hier  die Vespa, ein Ausbund an Lebens-und Sinnenfreude, mit einem schön geformten  Hinterteil, das (pardon) an Claudia Cardinale  denken lässt; dort als Kontrast der strenge und sachliche Goggoroller  mit einer Frontpartie,  deren Hakenform allenfalls an die Nase des Nick Knatterton erinnert.

Dieser  Ausstellungsteil nimmt das Thema betont locker. Mit dramatischen Spielszenen aus dem WM-Jahr 1970 wird das Publikum animiert, auf Tribünensitzen Platz zu nehmen, obschon damals nicht Bayern,  sondern Deutschland das Halbfinale gegen Italien bestritt (und verlor).

Gesamteindruck: Die Ausstellung  „Sehnsucht, Strand und Dolce Vita“ ist kurzweilig, mitunter sogar lehrreich. Oder war Ihnen klar, dass das liebevolle Wort „Zamperl“ gar nicht urbayerisch ist, sondern vom italienischen „zampa“ (Pfote) herstammt? Oder haben Sie gewusst, dass die Südgrenze Bayerns einst mitten durch den Gardasee verlief (von 1806 bis 1810)?

Das  Maximilianmuseum Augsburg trägt „Künstlich auf Welsch und Deutsch“ zur Landesausstellung bei, was sofort die Frage aufwirft, weshalb die Ausstellungsmacher einen derart spröden Titel gewählt haben. In den Festsaal des Maximilianmuseums  ist ein Bilderparcours eingebaut, der verwinkelt und schmal wie eine mittelalterliche Gasse anmutet, ein paar Ausweitungen  zu Mini-Plätzen inklusive.

Ohne Reiz ist das nicht, zumal man unterwegs wunderbaren Kunstwerken wie dem Schmerzensmann Michel Erharts aus dem Diözesanmuseum Rottenburg und  Tizians großformatigem  Bild von Sachsen-Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen aus dem Kunsthistorischen  Museum Wien begegnet.

Die Ausstellung im Maximilianmuseum gilt dem Übergang von der Spätgotik zur Frührenaissance, der  seinerzeit Italien und das antike Erbe in den Fokus brachte. Das Publikum wird auf engstem Raum mit Stilgeschichte und mit Religionsgeschichte konfrontiert. Das führt zu Verwirrung.

Ein Beispiel: Wie ein Magnet, weil effektvoll beleuchtet, wirkt ein stehendes Jesuskind.  Dort liest man dann: „Die spätgotischen Künstler Süddeutschlands nahmen in der Nachfolge des stilbildenden Nikolaus Gerhaert von Leyden zahlreiche Einflüsse der altniederländischen Kunst auf.“ Bleibt zu fragen: Wo, bitteschön, geht es zum Thema „Bayern-Italien“?

Im Grunde hat das Maximilianmuseum mit seinem Beitrag einen Hymnus auf Augsburg gestaltet, das damals, im 16. Jahrhundert,  eine Weltstadt war.

von tagblatt.de

Christina Günther und Bibione

Stahlkappe statt Stöckelschuh: Frau aus Elte in Italien beruflich erfolgreich
Sonne, Strand und viel Arbeit – Christina Günther weiß im italienischen Pescara das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden

Von Nadine Jansen

Christina Gunther BibioneEs gibt zwei Dinge, die besonders auffallen: Blondinen in Italien und Frauen in Männerberufen. Auf Christina Günther trifft beides zu. Die 31-jährige Blondine hat sich mit großem Erfolg in der Baubranche selbständig gemacht – und das ausgerechnet in Italien.

Genauer gesagt in den Abruzzen. Dort lebt die in Elte bei Rheine aufgewachsene Frau seit 2004 in der Küstenstadt Pescara und ist zu einer ersten Anlaufadresse bei Hausrenovierungen geworden. Ihre Kunden sind meist Ausländer – und das nicht ohne Grund: „Ausländische Kunden fordern oft saubere und zentimetergenaue Arbeit, Italiener aber sehen alles oft etwas lockerer.“

Dennoch hat sie seit Beginn ihrer Selbständigkeit im Sommer 2007 ein Team von zuverlässigen Italienern um sich geschart. Maurer, Elektriker und weitere Handwerker, mit denen sie als Projektmanagerin ihre Aufträge abarbeitet. Anfangs seien viele Arbeiter und Firmen mit der deutschen Gründlichkeit überfordert gewesen, hätten groß geguckt, wenn sie ihnen Zeichnungen sowie Listen mit zu besorgenden Materialien und zu erledigenden Arbeitsschritten vorgelegt hätte.

„Doch durch Fachkenntnis kann man in jedem Bereich bestehen“, sagt Christina Günther – und hat sich in der Männerdomäne längst behauptet. „Außerdem gehe ich auch mit Stahlkappenschuhen auf die Baustellen und nicht mit Stöckelschuhen.“

Eine Faszination für Italien war neben der Begeisterung für Architektur immer schon da, begründet durch zahlreiche Familienurlaube am Adriastrand von Bibione. Doch der Weg bis in die Selbständigkeit als staatlich gepruefte Technikerin für Raumgestaltung und Innenausbau, Designerin und Handwerkerin war lang.

Dabei hatte Christina Günther als kleines Mädchen einen ganz anderen Berufswunsch: Hebamme! Erst langsam wurde also ein anderer Traum geboren, einer der über das Abitur am Arnold-Janssen-Gymnasium in Neuenkirchen-St.Arnold und eine Tischlerausbildung bei der Firma Wehmeyer in Ibbenbüren sowie die Fachschule für Technik und Gestaltung in Flensburg bis zu den ersten Kurzzeitanstellungen führte.

Dann die Arbeitslosigkeit und damit verbunden die Chance auf etwas ganz Neues. Denn noch während Christina Günther im Arbeitsamt saß und sich die Wartezeit auf den Fluren mit einer Berufswahlzeitschrift vertrieb, las sie von einem Praktikantenprogramm der EU in Italien.

Der alte Traum von Südeuropa rückte näher, sie bewarb sich, wurde ausgewählt und ging Ende 2004 für vier Monate in die Abruzzen, um dort an einer in Pescara ansässigen Immobilienagentur weitere Schlüsselqualifikationen zu erwerben – und auch um in der Region die Landessprache zu lernen. „Als ich in Italien ankam, konnte ich fünf Wörter: „Pizza, pasta, basta, buongiorno und ciao“, gesteht die 31-Jährige. Doch das wurde schnell anders. Sie lernte schnell, fand gute Freunde, die die letzten grammatikalischen Stolpersteine aus dem Weg räumten – und kehrte nach Ende des Programms gar nicht erst zurück.

Zwar blieb der angebotene Anschlussvertrag der Agentur als Betreuerin für die Firmenwebseite zunächst aus und die Elteranerin musste sich mit vielen Hilfsarbeiten durchschlagen. Doch für ihr Engagement und Durchsetzungsvermögen wurde sie belohnt und übernahm im Laufe der Zeit die Aufgaben einer Marketing- und Franchising-Direktorin. Viele konkrete Nachfragen nach ihrer Person veranlassten Christina Günther schließlich, im Juli 2007 den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen.

„Beruflich bin ich angekommen, ich will gar nichts anderes machen und hier auch nicht mehr weg“, sagt die 31-Jährige. Die ersten Anlaufschwierigkeiten sind vergessen und vor Arbeit kann sich die in Emsdetten geborene Frau oft kaum retten: Renovierungsaufträge, dann die Arbeit als regionale Verkaufs-Managerin und Marketing-Direktorin für die römische Firma „Replat“, die Zusammenarbeit mit einer weltweit operierenden Firma für Immobiliengroßprojekte in London und die Kooperation mit einem Fliesenfachgeschäft in Pescara – „auf meinem Schreibtisch liegt oft der Kilimandscharo“, sagt die Wahl-Italienerin lachend, nimmt gleich die nächste Arbeit in Angriff und bearbeitet Projektentwürfe wenn nötig durchaus auch mal am Strand.

Land, Leute und Region haben es Christina Günther angetan. Ihre Arbeit liebt sie über alles – und nur ein großes Projekt hat sie sich noch gesetzt: Den Erwerb und die Renovierung eines eigenen schönen Hauses in der Region von Pescara. Ein Haus, das dann irgendwann Platz für die eigene Familie bietet.

von wn.de

Urlaub in Bibione für Marianne und Wilhelm Moll

»Ein Rezept? Gibt es nicht«

VON ANDREAS DÖRR

bibione_urlaub_1960Sicher ist nur eines: Wer sich drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Ja-Wort gibt, muss sich zurechtfinden in einem Land, das am Boden liegt. »Es hat nichts gegeben. Nichts zu essen, keine Wohnung«, erinnert Marianne Moll an die Zeit, als sie mit ihrem Mann noch im Schwarzwald lebte. Und Fakt ist auch, dass sich schwierige Zeiten zu zweit besser meistern lassen als alleine.

Wilhelm Moll wird am 24. April 1925 in Birkenfeld geboren, in einer kleinen Gemeinde im Nordschwarzwald. Neun Kilometer entfernt liegt Conweiler, das heute Straubenhardt heißt. Dort kommt Marianne Merkle am 27. Januar 1926 zur Welt. Rund 20 Jahre später werden sie sich bei einer Tanzveranstaltung über den Weg laufen, sich ineinander verlieben, sich am 22. Oktober 1948 standesamtlich und einen Tag später kirchlich trauen lassen. 65 Jahre später feiern sie eiserne Hochzeit.

Glückwünsche kommen vom Bundespräsidenten, von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten, von Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und von Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, die Blumen und Reutlinger Wein in die Dreizimmerwohnung in der Nürnberger Straße mitgebracht hat.

Vor ein paar Jahren sind sie von Betzingen hierher gezogen, ins betreute Wohnen, auch wenn es eine Betreuung noch nicht so sehr braucht. Drei Söhne und acht Enkel kümmern sich und gehen Wilhelm und Marianne Moll beispielsweise bei größeren Einkäufen zur Hand. Zwei Urenkel komplettieren seit wenigen Jahren eine Familie, in der die Liebe zur Musik immer Eckpfeiler war.

»Das haben wir von unserem Vater«, sagt Gerhard Moll. Der 64-jährige Arzt ist Dirigent des Posaunenchors Sickenhausen-Degerschlacht, und auch sein Vater hat den Taktstock geschwungen. Wilhelm Moll leitete diverse Chöre – darunter die Liedertafel Concordia – und hat Klavier und Orgel gespielt. »Das geht heute leider nicht mehr«, sagt der Jubilar bedauernd.

Trotzdem sind beide Eheleute fit genug, um alleine klarzukommen. In Orschel-Hagen wohnen sie seit fünf Jahren und haben sich so leidlich eingelebt. »Der Lärm von der Nürnberger Straße macht uns zu schaffen«, sagt Marianne Moll, die 65 Jahre lang als Hausfrau ihrem Mann zur Seite gestanden ist.

»Meine Schwiegermutter ist eine begnadete Bäckerin«, sagt Valerie Moll, »und eine sehr gute Köchin.« Dampfnudeln – »der Boden braucht die richtige Kruste« – gelingen Pauline Moll perfekt und lassen die Familiemitglieder mit der Zunge schnalzen. Dass bei ihrem Mann Geruchs- und Geschmackssinn nachgelassen haben, ist angesichts dieser Kochkunst bedauerlich.

Während also Marianne Moll mit drei quecksilbrigen Jungs und einem großen Haushalt fertig werden musste, unterrichtete Wilhelm Moll unter anderem an der Friedrich-Silcher-Schule in Sickenhausen und der Römerschanzschule, deren Rektor er von 1977 bis 1989 war. »Eigentlich wäre ich lieber Zahnarzt geworden. Aber so kurz nach dem Krieg war das nicht möglich.«

Weil ein Lehrergehalt in den 50er- und frühen 60er-Jahren nicht wirklich üppig ist, kann das junge Ehepaar keine großen Sprünge machen. Erst 1964 geht’s mit drei Söhnen – der jüngste ist zwei Jahre alt – in einem roten VW-Käfer ins italienische Bibione. »Dorthin, wo zu dieser Zeit alle Reutlinger gefahren sind«, lacht Gerhard Moll. An der italienischen Adria gefällt es der jungen Familie jedenfalls so gut, dass weitere 17 Besuche folgen. »Wir haben sparsam gelebt und viel gearbeitet«, sagt Wilhelm Moll und vielleicht erklärt dies dann doch, warum eine Ehe 65 Jahre hält.

von gea.de

Kundenservice und neugierig Reisewünsche

Die schrägsten Urlauber-Anrufe beim Kundenservice

call_center_bibione_urlaubEs soll ja Kreuzfahrtreisende geben, die ernsthaft nachfragen, wer denn wohl das Schiff steuere, wenn der Kapitän gerade beim Cocktailempfang ist. Und andere Schiffsreisende haben sich schon erkundigt, ob für die Toilettenspülung Salz- oder Süßwasser verwendet wird und ob denn die Crew auch an Bord übernachte …

Der Mensch ist ein neugieriges Wesen und der Reisende erst recht. Mit kuriosen Fragen, Anmerkungen und Extra-Wünschen hat jedes touristische Callcenter so seine Erfahrungen gemacht.

Der Kundenservice von lastminute (eine Website für kurzfristige Reisen, bei der man nicht nur online, sondern auch telefonisch buchen kann) hat nun die besten, lustigsten, originellsten, charmantesten Anliegen von Urlaubern zusammengetragen.

Manches Reiseziel trägt einen nicht gerade unkomplizierten Namen und so kommt es immer wieder zu lustigen Versprechern, wenn Kunden telefonisch zum Beispiel eine Reise nach „Reimeinei“ buchen möchten, das sich als Rimini herausstellt – oder nach „Beibei Won“ (Bibione), „Tschaigekko“ (Chicago), „Calafurgell“ (Palafrugell), „Dubee“ (Dubai).

Die schönsten Versprecher aber bringt die beliebte Kanareninsel Fuerteventura hervor: Immer wieder möchte jemand Urlaub buchen auf „Frutte e Verdura“ oder „Future Venture“.

Es ist keine Seltenheit, dass Reisende im Kundenservice von lastminute anrufen und sagen, sie stünden direkt vor der Tür des Hotels XYZ und würden gern schnell ein Zimmer buchen, bevor sie in das Hotel hineingingen.

Ganz eilig hatte es auch ein Herr, der gerade mal drei Stunden vor Abreise buchte. Als dies seiner Freundin doch etwas zu schnell ging, weil ihr das nicht genug Zeit zum Kofferpacken ließ, bot er kurzerhand an, ihr eine komplett neue Garderobe am Reiseziel zu kaufen.

Ein Kunde buchte einen Flug in ein Land, in dem für die Einreise Visa erforderlich sind und wurde darüber vom Reiseberater per Telefon informiert. Daraufhin antwortete der Urlauber, dies könnte ein Problem werden, da er keine Visa- sondern nur eine Mastercard habe, und fragte, ob die denn alternativ auch gehen würde.

Manche telefonischen Buchungen sind „Top Secret“. So bat ein Kunde dringend darum, bezüglich seiner Buchung auf gar keinen Fall zurückgerufen zu werden, weil er mit seiner Geliebten und nicht mit seiner Frau reisen würde.

Ein anderer Kunde ging sogar so weit, dass seine Buchung mit einem Code-Wort versehen werden musste, damit seine Frau nichts herausfinden könnte.

Während eines Kundengesprächs werden immer mal wieder auch sehr außergewöhnliche Fragen geäußert. Ein Urlauber etwa wollte wissen, ob man das gebuchte Hotel ohne Schuhe betreten und barfuß herumlaufen könnte?

Andere Kunden fragten zum Beispiel: Bietet das Hotel einen Escort-Service? Hat das Zimmer Spiegel an der Decke? Gibt es Moskitos im Hotel? Kann man in dem Hotel auch auf dem Boden schlafen? Kann man auch das komplette Hotel buchen?

Es kommt vor, dass Kunden den Reisespezialisten am Telefon auch mal Einblicke in ihr Liebesleben geben. So zum Beispiel mit der Frage, ob das Hotelzimmer denn einen Whirlpool und eine bequeme Matratze habe – es müsse unbedingt ein „sinnliches Zimmer“ sein.

Zum Valentinstag werden romantische Reisespecials angeboten – diese beinhalten oft auch ein „Überraschungspaket“ im Hotelzimmer. Ein Kunde rief an und hatte sehr viele detaillierte Fragen zu den Inhalten eines solchen Paketes. Er wollte genau wissen, was man damit zu zweit denn so alles anstellen könnte – die Fragen waren so konkret, dass es dem Kundenberater tatsächlich ein bisschen peinlich wurde.

Ein Kunde hat über die Hotline ein Hotel gebucht und darum gebeten, ein Wasserbett auf seinem Zimmer zu haben. Ein anderer hatte den bescheidenen Wunsch, dass für ihn eine Riesenparty im Hotel organisiert wird.

Ein Mitarbeiter im Kundenservice schließlich wurde gefragt, ob er während des Urlaubs des Kunden immer mal wieder nach dessen Haus schauen könnte, um den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen.

Nach seiner Reise in einen Ferienklub meldete sich ein Kunde, um sich zu beschweren, dass dort ein Klub-Animateur mit seiner Freundin anbandeln wollte und dieser sollte nun bitte deshalb gefeuert werden.

Zwei Verliebte hatten einen gemeinsamen Urlaub gebucht, kurz zuvor beendete er aber die Beziehung und buchte die Reise einfach kurzerhand auf seine neue Freundin um. Die lastminute-Mitarbeiter bat er inständig darum, der Ex keinesfalls davon etwas zu sagen.

Ein Kunde buchte einen höchst luxuriösen Venedig-Kurztrip für den nächsten Tag für fast 2000 Euro – er nannte auch den Grund: Er war bei seiner Partnerin in Ungnade gefallen und musste nun Berge versetzen, um sie zurückzugewinnen. Ein anderes Paar war über diesen Punkt schon hinaus: Eine Dame buchte telefonisch eine Reise für sich und ihr Hündchen – sie sagte, ihr Hund dürfe mit, ihr Mann nicht.

Dass Farben einen großen Einfluss auf die Stimmung haben, ist bekannt – vor diesem Hintergrund mag es keine Überraschung sein, dass sich ein Kunde beschwerte, weil in seinem Hotelzimmer die Bettwäsche nicht genau die gleiche Farbe hatte wie die Vorhänge.

Ein anderer fand es sehr unerfreulich, dass er auf sein geliebtes „English Breakfast“ verzichten musste – im Urlaub in Malaysia.

Die meistgenutzte Begründung bei der Bitte nach einem Upgrade, einem Geschenk oder einer Vergünstigung ist der Hinweis, dass es sich bei der Reise ja eigentlich um Flitterwochen handelt.

Im Vergleich dazu war eine Anfrage für eine Vergünstigung sehr abenteuerlich: Ein Kunde bat darum, seine 16-jährige Tochter als Elfjährige auszugeben, damit ihr Flug günstiger wird.

Noch radikaler ist die Vorgehensweise so mancher Kunden, die ein einziges Hotelzimmer buchen möchten – für zehn Personen. Ein Wunsch, der relativ häufig vorkommt, in Varianten – mal mit sieben, mal mit neun, mal mit elf Leuten.

von welt.de