Bibione „Teutonengrill“

Am Strand wie daheim
Bibione an der italienischen Adria ist dennoch mehr als nur ein «Teutonengrill» –

Bibione TeutonengrillWer seinen Urlaub in einem anderen Land verbringen, sich aber dennoch wie daheim fühlen möchte, der trifft mit dem italienischen Badeort Bibione sicher die richtige Wahl. In den 60er Jahren nur spöttisch «Teutonengrill» genannt, hat sich das Örtchen an der Adria bis heute gemausert. Ein «Teutonengrill» ist es freilich immer noch, nur eben auf einem höheren Niveau.

Bibione ist genau genommen nur ein Stadtteil von San Michele al Tagliamento. Die Stadt hat das Zentrum von Bibione zur Fußgängerzone erklärt und hübsch hergerichtet. Eine Therme hat eröffnet und der Campingplatz im Osten wirkt äußerst gepflegt. Doch in den Außenbezirken können große Betonbauten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Vergangenheit auch baulichen Sünden gab. Ein beschauliches Städtchen mit typisch italienischem Flair ist Bibione jedenfalls nicht.

Dafür lockt ein kilometerlanger, feiner Sandstrand, der ganz flach ins Meer führt. Ideal also für Familien mit kleinen Kindern. Und die tummeln sich zahlreich an Bibiones Stränden. Die Liegen mit den dazugehörigen Sonnenschirmen stehen in Reih und Glied, an die zehntausend dürften es sein. Da liegt man dann in Sektor 35, Block D, Reihe 7, Platz 15 und 16, dicht an dicht mit den anderen, vorwiegend deutschen und österreichischen Urlaubern. Im westlichen Teil des Strandes gibt es keine Liegen und Schirme. Hier können die Kinder im Sand buddeln, die Erwachsenen ihre Decke einfach ausbreiten.

In der Hauptsaison von Mai bis September ist der Strand sehr voll, dafür gibt es auch Sonne, Sand und Meer satt. Und das nur acht Autostunden von Nürnberg entfernt. Wahrscheinlich lockt auch diese überschaubare Fahrtzeit viele Deutsche nach Bibione. Im Frühjahr und im Herbst sind die meisten der Liegen verwaist. Dann kann man gemütlich am Strand entlangschlendern, das Meeresrauschen wird nicht überdeckt von Stimmengewirr.

Das Zentrum von Bibione ist hübsch hergerichtet. Allerdings trägt man auch hier den Massen an Urlaubern Rechnung: Da reiht sich ein Touristengeschäft ans nächste, eine Pizzeria folgt der anderen. Italien «light» für die Deutschen, die Pizza und Pasta am liebsten so möchten, wie beim Italiener daheim.

Eine halbe Stunde von Bibione entfernt ist Caorle. Es wirkt schon italienischer, enge Gässchen laden zum Bummeln ein. Am Strand sind freilich auch dort Liegestuhl/Sonnenschirm-Reihen, ebenso wie in Jesolo und Lignano, den anderen Tourismus-Hochburgen an der nördlichen Adria. Von diesen Städten ist auch ein Tagesausflug nach Venedig problemlos möglich. Man muss sich also nicht nur am Strand grillen lassen.

von nordbayern.de