Pluto-Strand in Bibione

Hundstage am Strand

von Kira Hanser

Bibione mieten Pluto StrandViele Hundefreunde halten es wie Humorist und Mops-Fan Loriot (1923–2011), der einmal tierisch ernst formulierte: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Das gilt auch für den Urlaub: nicht ohne Hund. Ob Mops, Bulldogge oder Labrador, australischer Shepherd oder tibetischer Shih-Tzu: In Deutschland leben mindestens 5,3 Millionen Hunde, und fast jedes zweite Herrchen nimmt laut einer Forsa-Umfrage seinen Vierbeiner mit in die Ferien.

Auf diese Zielgruppe haben sich auch Touristenorte am Meer eingestellt und geben im Winter immer mehr Strände für Hunde frei – oft ohne Leinenzwang. Das strenge, im Sommer geltende Hundeverbot ist dann an den meisten Stränden aufgehoben. Das gilt zum Beispiel für die Lübecker Bucht und auf Rügen: Dort können Hunde vom 1. Oktober bis 31. März am Strand ohne Leine herumlaufen; an vielen Strandeingängen stehen „Gassi-Tüten“-Spender, damit es keine Hinterlassenschaften gibt.

Selbst in der Hauptsaison gibt es inzwischen etwa 170 offizielle Hundestrände an den deutschen Küsten – manche mit Strandkörben (zum Beispiel in Büsum und auf Rügen), mit eigenem Badesteg (Travemünde) oder auch für Nacktbader mit Hund (Borkum sowie Hörnum auf Sylt). Wer es eilig hat, für den gibt es eine App „Hundestrände“, die zu den Badestellen navigiert (0,99 Euro).

Noch hundefreundlicher wird es im Ausland: Berühmt ist der kilometerlange feinsandige Hundestrand von Noordwijk in den südlichen Niederlanden zwischen Amsterdam und Den Haag, auf dem Mensch und Tier das ganze Jahr herumtollen können. Im dazugehörigen Pavillon gibt es Snacks für Herrchen und Frauchen – sowie Häppchen „voor de hond“ ab 1,50 Euro. Legendär ist auch das italienische Hundestrandbad Baubeach bei Rom („Bau“ heißt auf Italienisch „Wau“), in dem Leinen und Maulkorb „zur Sozialisierung“ verboten sind; und am Pluto-Strand in Bibione an der Adria erhalten Hunde nicht nur eigene Liegen, Sonnenschirme und Näpfe, sondern seit diesem Sommer auch ein Hunde-Eis („Ice-Bau“) zur Abkühlung – und zwar in den Geschmacksrichtungen Reis, Vanille und Joghurt. Falls ein Hund trotzdem einen Urlaubskoller bekommt, kann er zweimal pro Woche an einem kostenlosen Erziehungskurs teilnehmen.

von welt.de